TSV Grafing unterliegt dem VC Dresden
Trotz einer couragierten und kämpferischen Leistung kehren die Bärenstädter ohne Punkte von ihrem 1. Auswärstspiel in der sächsischen Landeshauptstadt zurück.
Starker Saisonauftakt trotz Niederlage – Grafing unterliegt Dresden knapp
Fighting Bayrisch zeigt beim 1:3 in Dresden Kampfgeist, Charakter und viel Potenzial
Mit einer knappen 1:3-Niederlage im Gepäck trat das neue Fighting-Bayrisch-Team von Volleyball Grafing am Samstagabend die Rückreise aus Dresden an. Trotz der Niederlage konnten die Bärenstädter zahlreiche positive Aspekte aus einem über weite Strecken hart umkämpften Match mitnehmen. Es war das erwartete Duell auf Augenhöhe zweier Mannschaften, die sich über weite Strecken nichts schenkten.
Für Grafings neuen Headcoach Max Krumbholz war es zugleich das Bundesligadebüt. Und bereits im ersten Satz war seine Präsenz an der Seitenlinie gefragt. Dresden erwischte den besseren Start und ging früh mit 6:3 in Führung. Krumbholz nahm seine erste Auszeit und stellte sein Team neu ein. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Grafing kämpfte sich in die Partie und zeigte von Beginn an Charakter.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Zur Crunchtime lagen die Bärenstädter aus Grafinger Sicht zunächst mit 18:21 zurück. Doch dann übernahm Kapitän Tim Aust Verantwortung. Mit starken Aufschlägen brachte er sein Team zurück ins Spiel. Grafing drehte den Satz und sicherte sich mit 25:23 den ersten Satzgewinn der neuen Bundesligasaison.
Auch im zweiten Durchgang blieb das Niveau hoch. Bis zum 12:12 begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Anschließend schlichen sich bei den Grafingern einige kleine Ungenauigkeiten ein. Zwei kritische Entscheidungen des Schiedsgerichts zugunsten der Dresdner sorgten zusätzlich für Unruhe, sodass sich die Sachsen auf 19:13 absetzen konnten.
Krumbholz reagierte und brachte im Doppelwechsel Andi Bachmann für Juro Petrusic sowie Felix Gärtner für Kapitän Tim Aust. Die Grafinger kämpften sich noch einmal heran, konnten den Satzverlust aber nicht mehr verhindern. Dresden gewann den Durchgang mit 25:20 und glich zum 1:1 nach Sätzen aus.
Nach der zehnminütigen Pause setzte sich das enge Spiel zunächst unverändert fort. Bis zum 12:12 war erneut kein Team in der Lage, sich entscheidend abzusetzen. Dresden konnte anschließend auf 18:14 davonziehen und Grafing nahm eine Auszeit.
Was danach folgte, war Volleyball auf hohem Niveau. Beide Mannschaften lieferten sich spektakuläre Angriffs- und Abwehraktionen. Dresden behauptete zunächst einen Drei-Punkte-Vorsprung, ehe Grafing den Turbo zündete. Vor allem über die Diagonalposition mit Juro Petrusic kamen die Bärenstädter immer wieder zu wichtigen Punkten und glichen zum 22:22 aus.
Die Zuschauer bekamen nun alles geboten: Spannung, Emotionen und spektakuläre Ballwechsel. Zunächst hatte Dresden einen Satzball, anschließend erspielte sich Grafing sogar zwei eigene Satzbälle. Am Ende behielten jedoch die Sachsen die Oberhand. Ausschlaggebend war vor allem ihre homogene und konsequente Spielweise, insbesondere über die Mittelposition. Dabei zeigte der spätere Dresdner MVP und Neuzugang Tobias Stemmler eine starke Leistung.
Auf Grafinger Seite ging die MVP-Auszeichnung ebenfalls an einen Neuzugang. Florian Krenkel überzeugte mit einer souveränen und überlegten Spielweise und brachte viel Ruhe und Qualität in das neue Grafinger Team.
Im vierten Satz zeigte sich zunächst das gleiche Bild: Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Libero und Abwehrchef Theo Gallina absolvierte eine herausragende Partie und hielt sein Team mit starken Aktionen immer wieder im Spiel.
Dennoch lag Grafing zunächst mit 9:12 zurück. Krumbholz reagierte erneut und brachte den erst 19-jährigen Grafinger Neuzugang Lennart „Lenny“ Wendt für Florian Krenkel zu seinem ersten Einsatz im Fighting-Bayrisch-Trikot. Der Youngster zeigte sofort, welches Potenzial in ihm steckt, und half mit, den Rückstand aufzuholen. Beim 15:15 war der Satz wieder völlig offen.
Es entwickelte sich ein packendes Duell mit langen Ballwechseln und krachenden Angriffen auf beiden Seiten. Dresden setzte sich erneut auf 19:15 ab. Andi Bachmann kam für Kilian Nennhuber ins Spiel – und Grafing startete die nächste Aufholjagd.
Die Bärenstädter bewiesen erneut Moral, Kampfgeist und Charakter. Beim 25:25 war der Ausgleich geschafft. Doch für ihren Einsatz und ihre über weite Strecken starke Leistung konnten sich die Oberbayern am Ende nicht belohnen. Dresden setzte sich mit 27:25 durch und entschied das Spiel mit 3:1 für sich.
„Darauf lässt sich aufbauen“
Trotz der Niederlage zeigte sich Grafings neuer Headcoach Max Krumbholz zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.
„Natürlich hätten wir das Spiel gerne gewonnen. Aber ich habe heute viele Dinge gesehen, die mir sehr gut gefallen haben. Das gesamte Team hat eine starke kämpferische Leistung gezeigt und Charakter bewiesen. Besonders positiv war für mich, dass auch die Wechselspieler sofort da waren und ohne Anlaufzeit ihre Leistung gebracht haben“, so Krumbholz.
Für den neuen Grafinger Trainer ist damit klar: Auf diese Leistung lässt sich aufbauen. „Wir haben gesehen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Wenn wir weiter so arbeiten und uns von Spiel zu Spiel entwickeln, werden wir mit diesem Team sicher noch viel Freude haben.“
Auch wenn der Saisonauftakt damit ohne Punkte endete, hat das neue Fighting-Bayrisch-Team in Dresden gezeigt, dass mit ihm in der neuen Saison zu rechnen ist. Kampfgeist, Qualität und eine große Portion Grafinger Leidenschaft waren bereits am ersten Spieltag deutlich zu erkennen.
Fighting Bayrisch – Volleyball Grafing!


